Der zweite Teil unseres Gedenkstättenprojekts „Was bleibt ist dein HEUTE“ führte uns am Wochenende 15.-16. September 2017 in die Gedenkstätte KZ Lichtenburg Prettin.

Die Leiterin der Gedenkstätte Melanie Engler veranschaulichte uns in einer Führung die beeindruckende Geschichte der Lichtenburg: Im Juni 1933 eröffneten die Nationalsozialisten in dem Renaissanceschloss inmitten der Kleinstadt Prettin ein KZ für männliche Gefangene. Nach dessen Auflösung im August 1937 diente das Schloss Lichtenburg bis Mai 1939 als Frauen-KZ, von September 1941 bis April 1945 als Außenlager  des KZ Sachsenhausen. Die Jugendlichen beeindruckte vor allem die Tatsache, dass das KZ mitten in der Stadt Prettin lag – alle Bürger*innen wussten also über das KZ Bescheid und profitierten auch davon, da die Häftlinge in Prettin und Umgebung diverse Arbeiten verrichten mussten. z.B. bauten sie eine Parkanlage im Zentrum in der Stadt.


In der folgenden Projektewerkstatt entwickelten die Jugendlichen eigene Erinnerungskultur-Ideen, die sie in und mit der Gedenkstätte umsetzen wollen: eine interaktive Führung mit Theater,  virtual reality – Formate, einen Malraum bzw. mobilen Container, in dem Besucher*innen ihre Eindrücke hinterlassen können sowie eine Führung durch Prettin, die  im Sinne von Wegmarkierungen Orte kennzeichnet, wo die ehemaligen Häftlinge zwangsarbeiten mussten.

Das Projekt ist Teil des Aktionsfonds im Rahmen der Partnerschaften für Demokratie im Landkreis Wittenberg. Im ersten Teil fuhren 16 Jugendliche in den Osterferien 2017 nach Kreisau (Polen), wo sie u.a. das ehemalige Konzentrationslager Groß Rosen besuchten und Ideen für eigene Demokratieprojekte im Landkreis Wittenberg im Rahmen des Jugendforums entwickelten.